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AW-chassis wieviel hitze
#1
hi All



weiss einer wirklich wieviel wärme ein AW-chassi verträgt, bis es sich warm verformen lässt?

bei wieviel ° celsius kann man ein AW-Chassi bleibend verformen?



es gab hier so verschiedenen aussagen wie: in kochendem wasser und vorher ausrichten

da ich öfter mal frische resin-karosen warm nacharbeite weiss ich das frisches resin viel früher nach verformbar ist das AW-chassis

ich habe aber auch schon AW-felgen mit hitze gekillt und völlig unbrauchbar verbogen



wie warm muss man ein AW-chassi erwärmen um danach in verändeter form aus zu härten?

wobei

kochendes wasser ist einfach reproduzierbar

eine bestimmte themperatur bei einem heissluftföhn oder einer herdplatte samt AW-chassis da drauf/im luftstahl, gar nicht so einfach



wer weiss etwas dazu?



DC
die welt braucht mehr Ver-Rückte

seht was die Normalen aus Ihr gemacht haben. DC
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#2
HI DC,



bei 100°C passiert da noch nichts. Also mit kochendem Wasser wirds nix werden, da der plastische Temperaturbereich erst so ab 140°C beginnt.

Da bleibt eigentlich nur, mit einem Warmluftgebläse anzuheizen. Was willst Du genau und vor allem wie verformen?



Gruß



Fritz
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#3
Hi,

die klassischen T-jet Richtvorrichtung arbeiten mit kochendem Wasser.

Das Chassie wird in der Vorrichtung auf null gespannt - erhitzt - abkühlen lassen in der Vorrichtung und meistens ist dann das Chassie gerade.
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#4
Hi Claus,



da wäre ich sehr vorsichtig. Die nehmen da im Land der Sonne irgendeinen Billigkunststoff, nicht genau typisiert her, als Spielzeug taugt der auch allemal. Nach meinen Recherchen ist das ein PP, das schmilzt etwas bei 150° wird aber schon bei 100° schlapp. Die alten Auroras waren m.E. noch aus Nylon.



Das Problem dieser Nachverformung ist aber der "Remindereffekt". Du richtest es nach, es stimmt auch, kommst eine Woche wieder an Dein Autolein und kommst Dir veräppelt vor. Das hat sich wieder rückentwickelt. <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/ohmy.png' class='bbc_emoticon' alt=':o' />



Dann kommt noch ein Aspekt hinzu: Die Dinger werden ja im Spritzgussverfahren hergestellt und gewaltsam nach einer Schockkühlung aus der Form gepresst. Die Dinger besitzen also innere Spannungen, die zu den Krummheiten a.W. führen. Wenn Du da jetzt laienhaft mit Hitze ran gehst wollen diese Spannungen eben auch wieder in Ihren Urzustand (Granulat) zurück und du machst an dem Ding mehr schlecht als gut.



Man kann so etwas schon machen, aber bitte nur mit entsprechenden Spannlehren etc. wie wir sie für das T-Jetchassis kennen und groß bringen tut das nichts, doch dem Hersteller dieser Kochlehre. Einmal krumm ist eben immer krumm. Deswegen habe ich mir dieses Werkzeug nicht mehr hergelegt.



Großtechnisch macht man so etwas öfter und spricht dann von Nachtempern. Da nimmt man diese Rückbildungen, die das Teil enstpannen bewusst in Kauf, weil sie bei der Werkzeugkonstuktion entsprechend berücksichtigt wurden.



Grüße



Fritz

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#5
Hallo Claus,



ich würde auch erst mal vorsichtig mit Temperaturen um die 100°C, eher knapp drunter, an die Sache herangehen. So, wie die AW Chassis aussehen und sich anfühlen, tippe ich auch auf PP. Die Schmelztemperatur solcher Kunststoffe liegt zwar typischerweise bei 120 bis 140 °C. Der Kunststoff wird aber schon viel früher weich und verformbar. Mit 100°C erreichst Du bestimmt bleibende Verformungen. Leg einfach mal ein altes, kaputtes Chassis zum Temperieren in den Backofen. Da kannst Du auch Temperaturen um 80 - 90°C gezielt einstellen.



Fritz (aus M.) hat recht. Der Memoryeffekt wird Dir das gezielte Verformen unter Wärmeeinfluß extrem erschweren. Du mußt das Chassis etwas weiter verformen und auch in diesem zu stark verformten Zustand abkühlen lassen, als der Endzustand, den Du erreichen möchtest. Das Chassis mittels Lehre in eine ideale Form zu zwingen, dann leicht zu erwärmen (quasi spannungsarm glühen), und in der Lehre wieder kalt werden zu lassen, wird evtuelle Krummheiten nicht vollständig beseitigen. Sobald das Chassis aus der Lehre raus ist, wird es sich wieder minimal verziehen. Wenn das Chassis krumm und schief genug ist, wirst Du sicherlich eine Verbesserung verzielen können. Ganz perfekt bekommst Du es so aber nicht hin.



Die inneren Spannungen, die die Chassis krumm werden lassen, kommen übrigens weniger daher, daß die Dinger aus der Form heraus gepresst und dabei verformt werden. Die Spannungen entstehen, weil ungleiche Wanddicken beim Erkalten unterschiedlich stark schrumpfen. Mann kann dem zwar mit hohem Spritzdruck und langer Nachdruckzeit entgegenwirken. Das verlängert aber die Zykluszeit, d. h. Du bekommst weniger Chassis innerhalb einer bestimmten Zeit gefertigt. Und da diese Chassis nun mal billig in China produziertes Kinderspielzeug sind, ...



Viel Spass beim Thermoplaste erweichen

Markus
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#6
Herr Slotraver kann dazu bestimmt was sagen.

Der hat doch so ein T-Jet Kochgeschirr.





gruß

Ebi
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#7
Tja, der hat zwar so ein Kochgeschirr, hat es aber bisher nur ein einziges Mal genutzt - mit eher ernüchterndem Ergebnis: Chassis gerade, aber Achslöcher verzogen, vergrößert...



Gruß an Herrn Eberhardsen!!! <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/smile.png' class='bbc_emoticon' alt='Smile' />
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#8
[quote name='f.schulz' timestamp='1353619093' post='48182']

Hi Claus,



da wäre ich sehr vorsichtig. Die nehmen da im Land der Sonne irgendeinen Billigkunststoff, nicht genau typisiert her, als Spielzeug taugt der auch allemal. Nach meinen Recherchen ist das ein PP, das schmilzt etwas bei 150° wird aber schon bei 100° schlapp. Die alten Auroras waren m.E. noch aus Nylon.



Das Problem dieser Nachverformung ist aber der "Remindereffekt". Du richtest es nach, es stimmt auch, kommst eine Woche wieder an Dein Autolein und kommst Dir veräppelt vor. Das hat sich wieder rückentwickelt. <img src='http://www.h0slot.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/ohmy.png' class='bbc_emoticon' alt=':o' />



Dann kommt noch ein Aspekt hinzu: Die Dinger werden ja im Spritzgussverfahren hergestellt und gewaltsam nach einer Schockkühlung aus der Form gepresst. Die Dinger besitzen also innere Spannungen, die zu den Krummheiten a.W. führen. Wenn Du da jetzt laienhaft mit Hitze ran gehst wollen diese Spannungen eben auch wieder in Ihren Urzustand (Granulat) zurück und du machst an dem Ding mehr schlecht als gut.



Man kann so etwas schon machen, aber bitte nur mit entsprechenden Spannlehren etc. wie wir sie für das T-Jetchassis kennen und groß bringen tut das nichts, doch dem Hersteller dieser Kochlehre. Einmal krumm ist eben immer krumm. Deswegen habe ich mir dieses Werkzeug nicht mehr hergelegt.



Großtechnisch macht man so etwas öfter und spricht dann von Nachtempern. Da nimmt man diese Rückbildungen, die das Teil enstpannen bewusst in Kauf, weil sie bei der Werkzeugkonstuktion entsprechend berücksichtigt wurden.



Grüße



Fritz

[/quote]



Hallo Namensvetter Fritz,



das hast Du fachlich korrekt auf den Punkt gebracht. Eine Wärmezufuhr lässt den Spritzling relaxieren ( Memory-Effekt) und das Ding wird schief!

Für alle "Nicht-Kunststoff-Experten": Jeder der schon mal eine Kunststoffverpackung/Joghurtbecher ins Feuer geschmissen hat, konnte beobachten , dass sich das Kunststoffteil, bevor es anfängt zu brennen, drastisch verformt. Die bei der Herstellung eingebrachten Spannungen machen sich Luft ( relaxieren)und der Körper verformt sich.

Wenn man nun einen Kunstoffkörper bleibend verformen möchte, muß man ihn also erwärmen, in Form bringen ( fixieren) und sofort wieder abkühlen. Das dürfte mit den Hausmitteln nicht so einfach sein.



Die alten T-Jet Chassis sind, wie Fritz schon erwähnt hat aus Polyamid ( besser bekannt unter dem Markennamen Nylon). Das ist ein technischer Kunststoff mit dem man maßhaltige Kunststoffspritzteile herstellt.Deswegen lässt sich das Zeug auch so elend mit dem Dremel schleifen.



Was hat DC denn bloß mit dem Chassis vor?



Gruß



Fritz
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#9
[quote name='Klenkes' timestamp='1353624409' post='48184']

Hallo Claus,



ich würde auch erst mal vorsichtig mit Temperaturen um die 100°C, eher knapp drunter, an die Sache herangehen. So, wie die AW Chassis aussehen und sich anfühlen, tippe ich auch auf PP. Die Schmelztemperatur solcher Kunststoffe liegt zwar typischerweise bei 120 bis 140 °C. Der Kunststoff wird aber schon viel früher weich und verformbar. Mit 100°C erreichst Du bestimmt bleibende Verformungen. Leg einfach mal ein altes, kaputtes Chassis zum Temperieren in den Backofen. Da kannst Du auch Temperaturen um 80 - 90°C gezielt einstellen.



Fritz (aus M.) hat recht. Der Memoryeffekt wird Dir das gezielte Verformen unter Wärmeeinfluß extrem erschweren. Du mußt das Chassis etwas weiter verformen und auch in diesem zu stark verformten Zustand abkühlen lassen, als der Endzustand, den Du erreichen möchtest. Das Chassis mittels Lehre in eine ideale Form zu zwingen, dann leicht zu erwärmen (quasi spannungsarm glühen), und in der Lehre wieder kalt werden zu lassen, wird evtuelle Krummheiten nicht vollständig beseitigen. Sobald das Chassis aus der Lehre raus ist, wird es sich wieder minimal verziehen. Wenn das Chassis krumm und schief genug ist, wirst Du sicherlich eine Verbesserung verzielen können. Ganz perfekt bekommst Du es so aber nicht hin.



Die inneren Spannungen, die die Chassis krumm werden lassen, kommen übrigens weniger daher, daß die Dinger aus der Form heraus gepresst und dabei verformt werden. Die Spannungen entstehen, weil ungleiche Wanddicken beim Erkalten unterschiedlich stark schrumpfen. Mann kann dem zwar mit hohem Spritzdruck und langer Nachdruckzeit entgegenwirken. Das verlängert aber die Zykluszeit, d. h. Du bekommst weniger Chassis innerhalb einer bestimmten Zeit gefertigt. Und da diese Chassis nun mal billig in China produziertes Kinderspielzeug sind, ...



Viel Spass beim Thermoplaste erweichen

Markus

[/quote]



Klingt stark nach Kunststoff-Spritzgießer, was Du da schreibst! Erstaunlich, wieviel Kunststoffexperten hier unterwegs sind! Ich habe das auch beruflich 15 Jahre lang gemacht.



Gruß



Fritz
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#10
ja danke Euch Allen

 

ich wollte wissen, ab welcher themperatur vorraussichtlich sich ein chassi warm nachverformen lässt. und zwar bleibend

zum beispiel um klappernde achsbohrungen zu verpressen und neu zu aufzubohren

 

statt klapperachsbohrungen ab werk mit buchsen zu entklappern, bohrloch enger zudrücken und abgekühlt auf passmass aufbohren/reiben

es gibt so wenig sinn motor und anker-achsen klappernd seine energie verschwenden zu lassen, wenn lagern so einfach ist, das man das jeden 13 jährigem kind das ansatzweise begabt ist, bei bringen kann

ausser bei clubrennen/cuprennen kenne ich auch wenig rennen, wo nicht an den rennern optimiert wird

 

mit einiger übung finde ich es beeindruckend, mit wie wenig aufwand, viele flachanker-Renner zum fahren gebracht werden können

 

rundlauf von achsen/rädern/reifen und ankern bietet sehr viel erfolg, da viele chassis ab werk grauenhaft sin

Fakker F1 sind da eine ausnahme, mit ausnahme von reifen und felgen, die auch immer beachtung bedürfen

Faller-Anker laufen in Ihrem superlager wundervoll, benötigen aber auf dauer auch immer mal ein tröpfchen öl

zum dosieren nutze ich immer 2ml dünste spritzen samt feiner nadel drauf(zum lagern immer schutzkappe dabei haben)

damit lässt sich gut und fein dosieren

 

danke nochmals allen für ThermoTipps, DerClaus

die welt braucht mehr Ver-Rückte

seht was die Normalen aus Ihr gemacht haben. DC
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#11
hi DC

 

ausgeleierte Achslöcher kann man wunderbar mit Messingblechen reparieren. Ich nehme 0,5 mm starke Messingbleche, bohre ein passendes Loch für die Achse und klebe rechts und links jeweils ein Reparaturblech ans Chassis. Das funktioniert nur mit einem nicht zu schnell trocknenden Kleber. Du brauchst nämlich noch etwas Zeit, um die Achse durch die Löcher zu stecken und das Ganze vor dem Trocknen auszurichten. Damit die Achse wirklich nur in dem Blech, nicht aber noch zusätzlich in den alten Kunststofflöchern läuft, habe ich die Löcher im Chassis sogar noch etwas aufgebohrt.

 

Alternativ kann man die Bohrungen im Chassis auch mit 2K-Kleber füllen und anschließend wieder vorsichtig aufbohren. Das funktioniert aber nur mit einer Ständerbohrmaschine, ansonsten bekommt man die gegenüberliegenden Bohrungen nicht annähernd genau genug aufeinander ausgerichtet. Chassis in den Schraubstock spannen und ausrichten und dann in einem Zug mit hoher Drehzahl und wenig Kraft durch beide Seiten bohren.

 

Weiterhin viel Spass beim Achsen richten,

Markus

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