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Chaparral 2K (Indycar)
#1
Hallo Jungs,
hier ein Zwischenbericht von meinem Nachzügler zu meinem Chaparral-Projekt aus 2022.
Zweieinhalb Jahre nachdem ich mir das vorgenommen hatte... Bin die letzten 2 Wochen intensiv am bauen. Shy

   
Link von 06/2022: mein Chaparral-Racing-Team  (leider sind inzwischen ein Teil der Internet-Links zu den Fotos der Original-Chaparrals nicht mehr aktiv)


   
Bin echt froh, dass ich mit dem Modell schon mal so weit gekommen bin, ohne das ich beim Fräsen abgerutscht bin, oder es mir irgendwie anders kaputtgegangen ist...
Link vom 2K: Chaparral 2K
Link Crash/Flugeinlage mit sichtbarem Unterboden (mit Jim Halls Ground-Effekt): Unterboden

Nachdem man Jim Hall 1970/71 nach ständigen Verboten gegen seine höchst innovativen Rennwagen die Lust am Rennsportwagenbau genommen hatte, stieg er doch 1979 überraschend mit dem einen Indycar-Projekt noch einmal für ca. 3 Jahre in die Szene ein.
Sein Indycar 2K, erstmals nicht weiß sondern in gelb, der Farbe seines Sponsors Pennzoil. Es wurde 1979 gebaut.
Und gewann damit 1980 gleich das legendäre Indy 500, sowie weitere Rennen.

Link Video Indy 500: Indy 500 von 1980 (2:15h)

Mein Pflichtenheft zum Nachbau des Chaparral 2K:
1. Dem Original so nah wie möglich kommen.
2. Als Basis ein schnelles Magneter-Chassis, dabei alles ausreizen, was mit einem der handelsüblichen1:64er Magneter-Chassis baugrößenbedingt machbar ist.
3. Die Fahrerfigur soll wie bei Original entsprechend weit nach vorne sitzen.
4. Die Seitenkästen sollen baulich so niedrig wie möglich werden.

Ergebnis:
1. mit dem allgemeinen Aussehen des Modells bin ich zufrieden
2. das LifeLike M-Chassis ist nach Vergleichen die beste Option gewesen, weil es aufgrund seiner besonderen Motorbauform seitlich (bis weit zu Mitte) die niedrigste Bauhöhe aufweist.

3. Die Fahrerfigur misst von der Fahrzeugfront bis zur Vorderkante Fahrerhelm jetzt 28mm, beim F1-Tyco 440x2-McLaren sind es 34mm. Das passt.
4. Obwohl die Seitenkastenhöhe (bis Fahrbahn) mit 10,0mm zwar tiefer ist (Tyco 12,2mm), ist das mit den richtig tiefen Seitenkästen leider nicht gelungen, 7-8mm hätten gepasst. Schade, muss ich so akzeptieren. Aber es sollte ein stark motorisiertes Magneter-Modell werden.


   
LifeLike M-Chassis, M1:64, (gab es vorher auch schon als Rocar?) hat eigentlich gar keine zusätzlichen Haftmagnete. Die starken Motormagnete bewirken, dass es ein ähnliches Fahrverhalten hat. Die eigenartige, in der Bauhöhe unsymetrische Positition der Motormagnete (ich verstehe das so) wird kompensiert durch einen zusätzlichen Stahlbügel über dem Anker, das das erzeugte Magnetfeld offenbar in die richtige Höhe verlagert.
Es funktioniert jedenfalls sehr gut. Es gibt schnellere Magneter auf eine Runde, aber ein sehr gutes LL-M Chassis kann durchaus mithalten.
Was mir an dem M-Chassis nicht gefällt, ist die „Pendel“-Vorderachse. Sie ist in den seitlichen Achslagern beidseitig nach oben offen und wird nur in der Mitte von einem zusätzlichen Teller am Führungsstift gehalten. Für mich keine gute Lösung. Vielleicht gemacht, um in der Fertigung Montagezeit zu sparen?
Durch die offenen Achslagerungen hebt sich in der Kurve das kurvenäußere Rad (ohne Gegenwiderstand) etwas an, wobei das Chassis etwas runter geht, was natürlich bewirkt, dass an dem hinteren kurveninneren Rad zwangsläufig Haftung verloren geht.
Im oberen Bild ist die LifeLike eigene Hinterachse ausgebaut, eine Tyco 440x2-Achse ist bereits im Modell drin. Das war nötig wegen der Heckspoiler-Seitenteile mit den breiten Chaparral-Dimensionen.
Die Tyco-Heckfelgen sind von Hause schon mal etwas weniger breit, mussten aber trotzdem noch etwas schmaler gemacht werden.



   
Hier ist die neue selbstgemachte Vorderachs-Lagerung bereits eingebaut. Den Umbau gleich dafür genutzt, den Radstand ein wenig zu verlängern, sonst hätte der Fahrer auf der Vorderachse gesessen. Außerdem kommen so die Proportionen des Modell dem Original noch näher.
Weiterer Vorteil: Mit dieser festen Vorderachse sind die Rundenzeiten auf Anhieb schneller gewesen als mit diesem losen Pendel-Tralala.
Der alte, hohe Führungsstift musste natürlich raus, jetzt ist ein (ich meine) Tomy AFX-Stift drin.


   
Erste Überlegungen, welche vorhanden Teile aus Bruch-Karosserie kann man wenigstens für den Unterbau einsetzen um nicht alles selber bauen zu müssen. Hat natürlich ein kleines Risiko, weil nach so vielen Jahren die Kunststoffe brüchiger sein können. An den Stellen, wo man was flächig drauf kleben kann, ist diese Gefahr aber gering.


       
Die 4-Teile Wahl, bereits miteinander verklebt:
Frontpartie McLaren, dann nochmal ein Teil McLaren mit dem Fahrer, ein Teil Ferarri, ein Teil Eigenbau mit Aussparrung für das Kronenrad (PVC-Winkel fürs Heck)
Die Frontpartie ist weit nach vorne eingefräst, um den Fahrer entsprechend weit nach vorne zu bekommen.
Sehr gut von oben zu sehen, wieviel weiter nach vorne die Fahrerposition jetzt geworden ist.



   
Erster provesorischer Höhenvergleich möglich, mit Tyco 440x2-F1/McLaren, Seitenkästen-Unterbau und Fahrerfigur


   
Hier die zugeschnittenen Karosserieteile aus PS, die Abdeckplatte 0,75 dick, die beiden Seitenteile 1mm dick


   
Höhenvergleich mit Tyco 440x2, mit lose aufgelegter Abdeckplatte und Fahrerfigur



Soweit erstmal,
morgen geht es weiter...

BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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#2
Das gefällt mir aber mal so richtig gut. Da hab ich gleich Lust meine Life Like Schrott Chassis umzubauen Big Grin
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#3
(20-01-2025, 22:14)Hebi schrieb: Hallo Jungs,
hier ein Zwischenbericht von meinem Nachzügler zu meinem Chaparral-Projekt aus 2022.
 Fortsetzung von Seite 1,  Chaparral 2K:

       
Die große Abdeckplatte ist mit den Seitenteilen verklebt,  im rechten Bild sind die Heckspoiler-Seitenteile angeklebt (gefertigt nach Fotos vom 2K-Original), aus PS, 1mm dick  -  dazu der vorbereitete Heckflügel


   
Spachtelmasse (Revell) für saubere Übergänge an den Verbindungsstellen.
Die beiden kleinen vorderen Flügel über der Vorderachse sind jetzt auch dran.
Durch das viele Geschmirgel und Gefeile sieht das Chassis gerade eher wie ein Offroad aus, der Pilot hat seinen Kopf auch schon aus der Schußlinie gebracht...



       
Motorabdeckung vorbereitet + Hohlraum für Motorbügel ausgefräst (zunächst länger gefertigt um beim Arbeiten das Teil besser halten zu können)


       
Die beiden Basis-Miniteile für den Überrollbügel, aus PS, 1,5mm dick.
Weil nur ca. 3x4mm groß erst mal 2 PVC-Leisten aus dem Baumarkt mit doppelseitigem Teppichklebeband zusammen geklebt, um sie dann mit dem Multitool mit kleinem Kreissägeblatt (D=20mm, nur 0,3mm dick, ein Superwerkzeug für den akuraten Zuschnitt Kunststoff-Miniteilen) zuschneiden zu können. Das Zusammenkleben hat außerdem den Vorteil, das beide Teile gleich werden.
Dann sollen die beiden Teilchen auch noch verrundete Kanten bekommen. Das war dann besonders schwierig, weil festhalten und die gleichen Stellen befeilen war ziemlich nervig.
Das symetrische Aufkleben der auch noch zueinander geneigten Miniteile auf der Motorabdeckung war dann auch nicht so leicht wie erhofft.
Auf dem rechten Foto sind die beiden aufgeklebten Halter für den Überrollbügel zu sehen.

Und zu guter Letzt dann noch den starren Überrollbügel zwischen die geneigt aufgeklebten Teile zu bekommen (aus Büroklammer geformt) ohne dass das Ganze auseinander bricht, das hat mehr Geduld erfordert als zu dem Zeitpunkt noch übrig war. Aber dank Sekundenkleber-Aktivator und besonders wegen des Granulatfüllmaterials war alles bombenfest.


   
erst Füllerspray, danach grundiert.
Hier sind noch die schräg in die Seitenkästen verlaufenden Öffnung zu sehen. War viel Konzentration nötig, beide Öffnungen parallel zueinander und exakt gleich zu fräsen/feilen.



   
Die Karosse sitzt so gut auf dem LL-M Chassis dass sie, wenn man nicht gerade mit max. Geschwindigkeit fährt, nicht runterfliegt.
Im Moment passt nicht einmal ein 1mm dickes Doppelklebeband dazwischen. Da muss ich noch eine Lösung für die Befestigung finden.
Ein paar Daten:
Hinterachsbreite=32mm, Achsabstand=41,5mm,
Die Karosserie wiegt 4,3g (durch den inneren Aufbau) und ist damit 1,6g schwerer als Tyco-F1 Original, was aber durch den tieferen Schwerpunkt vermutlich mehr als egalisiert wird.
Die Bodenfreiheit ist 0,15mm (mit MS-Fühlerlehre über Stromschiene gemessen).
Mit Silikonreifen habe ich das (auf feste Vorderachslagerung umgebaute) Chassis noch nicht getestet, weil es selbst mit den schmäler geschnittenen ca. 15 Jahre alten LifeLike-Originalreifen auch in meinen vielen engen 6"- Kurven sehr schnell ist. Der 3,5mm längere Achsabstand bewirkt anscheinend, das es im Grenzbereich gutmütiger bleibt, es bricht jedenfalls deutlich weniger an der Hinterachse aus, als vorher (die VA ist von hinter dem Führungsstift jetzt fast mittig über den Führungsstift gerückt).


   
Aktueller Zustand, nochmal der Höhen-Vergleich mit dem Serien-Tyco F1-Modell
Es fehlt natürlich noch einiges an kleinen Anbauteilen und andere Detail-Bearbeitungen, u. a. bekommt der Fahrer für den Indy-Dauerspeed von über 370km/h eine genügend hohe Verglasung ans Cockpit.
Es sind auch noch kleinere Spachtel-Nacharbeiten nötig, aber das Gröbste ist geschafft. Rolleyes

Bis hierher bin ich zufrieden, hoffe, das ich dann den Deckel beim Lackieren (absolut nicht meine Lieblingsdisziplin) nicht durch einen zu dicken Lackauftrag versaue.

Die finale Lackierung muss aber noch warten bis die Tage wieder deutlich wärmer werden.
Den Füller, die Grundierung und die dünne erste Lackschicht habe ich in meiner Garagenwerkstatt bei nur ca. 5°C mit leicht angewärmten Spraydosen und Modell gemacht.Die Oberfläche ist nur so einigermaßen geworden, aber wird ja ohnehin für den Schlusslack nochmal leicht angeschliffen.
Auch die Sponsor-Abbildungen müssen erst noch gemacht werden.


Bilder vom finalen Modell kommen dann voraussichtlich nach den ersten warmen 15°-20° Tagen im März oder April.
Konnte nicht alles in den Bericht reinpacken, ist sowieso schon sehr lang geworden. Daher falls offene Fragen, bitte gerne stellen.

Würde mich sehr freuen, wenn der Bericht dazu beiträgt, den evtl. vorhandenen Traum vom eigenen Modell, zu befeu Rolleyes ern.


BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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