23-11-2012, 00:46
Hallo Claus,
ich würde auch erst mal vorsichtig mit Temperaturen um die 100°C, eher knapp drunter, an die Sache herangehen. So, wie die AW Chassis aussehen und sich anfühlen, tippe ich auch auf PP. Die Schmelztemperatur solcher Kunststoffe liegt zwar typischerweise bei 120 bis 140 °C. Der Kunststoff wird aber schon viel früher weich und verformbar. Mit 100°C erreichst Du bestimmt bleibende Verformungen. Leg einfach mal ein altes, kaputtes Chassis zum Temperieren in den Backofen. Da kannst Du auch Temperaturen um 80 - 90°C gezielt einstellen.
Fritz (aus M.) hat recht. Der Memoryeffekt wird Dir das gezielte Verformen unter Wärmeeinfluß extrem erschweren. Du mußt das Chassis etwas weiter verformen und auch in diesem zu stark verformten Zustand abkühlen lassen, als der Endzustand, den Du erreichen möchtest. Das Chassis mittels Lehre in eine ideale Form zu zwingen, dann leicht zu erwärmen (quasi spannungsarm glühen), und in der Lehre wieder kalt werden zu lassen, wird evtuelle Krummheiten nicht vollständig beseitigen. Sobald das Chassis aus der Lehre raus ist, wird es sich wieder minimal verziehen. Wenn das Chassis krumm und schief genug ist, wirst Du sicherlich eine Verbesserung verzielen können. Ganz perfekt bekommst Du es so aber nicht hin.
Die inneren Spannungen, die die Chassis krumm werden lassen, kommen übrigens weniger daher, daß die Dinger aus der Form heraus gepresst und dabei verformt werden. Die Spannungen entstehen, weil ungleiche Wanddicken beim Erkalten unterschiedlich stark schrumpfen. Mann kann dem zwar mit hohem Spritzdruck und langer Nachdruckzeit entgegenwirken. Das verlängert aber die Zykluszeit, d. h. Du bekommst weniger Chassis innerhalb einer bestimmten Zeit gefertigt. Und da diese Chassis nun mal billig in China produziertes Kinderspielzeug sind, ...
Viel Spass beim Thermoplaste erweichen
Markus
ich würde auch erst mal vorsichtig mit Temperaturen um die 100°C, eher knapp drunter, an die Sache herangehen. So, wie die AW Chassis aussehen und sich anfühlen, tippe ich auch auf PP. Die Schmelztemperatur solcher Kunststoffe liegt zwar typischerweise bei 120 bis 140 °C. Der Kunststoff wird aber schon viel früher weich und verformbar. Mit 100°C erreichst Du bestimmt bleibende Verformungen. Leg einfach mal ein altes, kaputtes Chassis zum Temperieren in den Backofen. Da kannst Du auch Temperaturen um 80 - 90°C gezielt einstellen.
Fritz (aus M.) hat recht. Der Memoryeffekt wird Dir das gezielte Verformen unter Wärmeeinfluß extrem erschweren. Du mußt das Chassis etwas weiter verformen und auch in diesem zu stark verformten Zustand abkühlen lassen, als der Endzustand, den Du erreichen möchtest. Das Chassis mittels Lehre in eine ideale Form zu zwingen, dann leicht zu erwärmen (quasi spannungsarm glühen), und in der Lehre wieder kalt werden zu lassen, wird evtuelle Krummheiten nicht vollständig beseitigen. Sobald das Chassis aus der Lehre raus ist, wird es sich wieder minimal verziehen. Wenn das Chassis krumm und schief genug ist, wirst Du sicherlich eine Verbesserung verzielen können. Ganz perfekt bekommst Du es so aber nicht hin.
Die inneren Spannungen, die die Chassis krumm werden lassen, kommen übrigens weniger daher, daß die Dinger aus der Form heraus gepresst und dabei verformt werden. Die Spannungen entstehen, weil ungleiche Wanddicken beim Erkalten unterschiedlich stark schrumpfen. Mann kann dem zwar mit hohem Spritzdruck und langer Nachdruckzeit entgegenwirken. Das verlängert aber die Zykluszeit, d. h. Du bekommst weniger Chassis innerhalb einer bestimmten Zeit gefertigt. Und da diese Chassis nun mal billig in China produziertes Kinderspielzeug sind, ...
Viel Spass beim Thermoplaste erweichen
Markus

