Hi @ All,
ich war nie in richtiger Deckung, aber im Ernst, Fachleute prüfen durch Anzünden und können anhand des Geruches grob, die Art des Materials erschnüffeln.
Bei PVC riecht man das Chlor ganz deutlich, POM stinkt wie eine Esbit Tablette, Nylon nach Essigsäure, Styrole rußen wie verrückt und riechen dabei ekelhaft, Polyolefine (PP,PE), duften nach Wachskerze billigster Machart.
Vorneweg, die eigentliche Farbe, es sind Pigmente haben kaum Einfluss auf die Güte des Kunststoffs. Man kann natürlich über pigmentieren (>3%) und dann ändert sich freilich einiges.
Es gibt bei diesen Pigmenten aber schon Unterschiede in der Qualität und und vor allem in der Verarbeitbarkeit.
Die Verarbeiter färben alle nicht selbst ein, da das die Teile verteuern würde und entsprechende Misch- und Dispergieranlagen erfordert. Ich kenne da nur als Ausnahmen die großen Folien und Halbzeughersteller, die diese entsprechenden Compoundieranlagen besitzen.
Man bezieht da von Spezialfirmen z.B.
dieser entsprechende Farbkonzentrate, die heißen Masterbatche, von denen man einen kleinen Prozentsatz in das Naturgranulat beimischt.
Das geht einfach z.B. mittels einer Betonmischmaschine. In der Schmelze der Spritzgiesmaschine vermischt sich dann das alles und das Teil wird farbig.
Ob es diese Technik in den 60ern schon gegeben hat, weiß ich nicht.
Mir ist hingegen bekannt, dass es Kunststofftypen gibt, die sich gut und andere, die sich schlecht einfärben lassen, was wiederum von deren Parametern, wie z.B. Fließeigenschaften, Ölzahl, MFI etc. abhängt.
Mario, bei den genannten Airfix Teilen, kann ich mir nur vorstellen, dass man für diese gelben und roten Teilen das glasklare Polystyrol anstelle eines schlagzähen, das eine leicht milchige Grundfarbe besitzt eingesetzt hat, weil es sich einfacher färben lies.
Darüberhinaus gebe ich doch zu bedenken, dass meine diesbezüglich getätigten Anmerkungen nur für neue, nach geltenden technischen Voraussetzungen gefertigte Teile gelten. Diese für > 50a alte Oldies heranzuziehen, um daraus einen Logarithmus auszumachen halte ich für äußerst fragwürdig. Fakt hierzu ist nur, dass Kunststoffe altern, was sich zumeist in erhöhter Sprödigkeit oder verblichenen Farben ausdrückt.
Generell kann sich ein Kunststoff ja bereits verändern, wenn man einen anderen Lieferanten (z.B. BASF, ATO, BP, Exxon, Chi Mei, DOW, gar NT Ware, Regranulat o.a.) einsetzt, oder ganz simpel durch Temperatur- und /oder Druckveränderungen z.B. den Ausstoß erhöht.