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Die Wellenreiter
#41
Moin,

ähhhh, da hat ein Banause offensichtlich die kostbaren Scheinwerfer des Ferrari geklaut..........unbezahlbar die Dinger! Ich empfehle Ersatz der Fa. Zweikomponentenkleber oder der deutschen Firma Ponal-Repro. Vom teuren und schwer zu beschaffendem Original kaum zu unterscheiden.

Viele Grüße
Mario
Magnete sind dafür da, dass der Motor dreht.......................
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#42
Er steht in der Werkstatt ...  Big Grin

Enzo hat geliefert und selbst eingebaut ...

[Bild: fullsizeoutput_6ab5xklk.jpeg]

Grüße
Ulrich
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#43
Die einleitenden Sätzen von Ulrich treffen zu 100% auf mich zu, der Wahnsinn und was für eine fachliche Kompetenz sich hier eröffnet...........

..................................
"Nun gilt es, dicke Bretter zu bohren ... .

Die höheren Regionen des Wellenreitens, bei denen wohl die meisten Betroffenen Gefahr laufen, zunächst mit irrem Gekicher in Zwangsjacken in gepolsterte Räume überführt zu werden, haben wir unter anderem ja hier schon angeschnitten ...

https://www.h0slot.eu/showthread.php?tid...light=4019

Ich hingegen verfalle schon der Gefahr geistiger Umnachtung, wenn ich mich nur mit den Grundprinzipien beschäftige.

Also mal ganz von vorne, sozusagen chronologisch, damit wir die Entwicklung verfolgen können ... .

......................

...........ihr seid der Knaller Jungs  Big Grin , für den Fall das ihr mal eine Boy Group bilden wollt, das wäre der passende Name und der Titel passt auch schon. Wink  Cool
bis  dann
Hermann


*alles wird gut, wenn nicht sogar besser*
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#44
Also ich finde, Ulrich sollte nichts über 4019 lesen ausser den offiziellen Instruktionen. Diese wunderbare Erfahrung, die ich im  Herbst machen durfte mit eigens angelegten Kreuzversuchen sollten wir ihm gönnen  Wink
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#45
Hi Ulrich,

das ist ja fast ne wissenschaftlich ( Doktorarbeit ) was Du Dir da vorgenommen hast. Hut ab.
Ich für meinen Fall habe noch Erinnerung an den sep. Gleichrichter und die 4031 Pulte, als 9 jähriger Steppke habe ich die Verkabelung nie begriffen, Halbwelle ist heute noch böhmische Dörfer für mich.
Gibt es von Deinen Erkenntnissen Der Fallerei auf Youtube Videos oder sind welche geplant ??

VG,
Hans
Lionel und BloMo Fan, Atlas und  jetzt wireless Sleepy Sleepy
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#46
Hallo Hans,

wenn ich dann irgendwann mal voll durchblicke, kommt das dann alles noch einmal komprimiert und noch verständlicher erklärt.

Versprochen!

Grüße
Ulrich
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#47
Hans hat gerade das Stichwort gegeben, der "Separate Gleichrichter".

Wir befinden uns nun in einem neuen Universum. Die Anschlussfahrbahn 412001 mit ihren zusammengelöteten "Masseleitern", den Innenbahnen, ist Geschichte. Jede Fahrbahn hat jetzt einen Masse- und einen Plus-Anschluss, zusammengefasst in einem flachen Doppelstecker, den auch die Regler tragen.

Der Gleichrichter "4018" mit seinen vier Doppelsteckbuchsen, schwarz und weiss für die Regler, hell- und dunkelrot für die Bahnanschlüsse, braunes und gelbes Kabel für den Trafoanschluss an den 4016/3514, bereitete mir erhebliches Kopfzerbrechen.

[Bild: fullsizeoutput_6afpmk4k.jpeg]

Was ist das nur? Später wurde daraus ein grauer oder orangefarbener Kasten, mit dem gelb-braunen Doppelkabelschwänzchen an der einen Seite für den Trafo und einer "Verteilerplatte mit vier Steckkontakten" an der anderen Seite. Darin ein Gleichrichter in Form einer "Graetz'schen Brücke", welche die Wechselspannung in (pulsierende) Gleichspannung umwaandelt. Die ist so noch nicht zum "Hintereinanderfahren" geeignet. Wie das geht, zeigt dann später die 4019. So gut wie nirgendwo wird der 4018 erwähnt, ein Halbsatz im "Technik Heft", eine Erwähnung im '70er Katalog, dort angepriesen für Rennen, ansonsten ein Mysterium, zumindest für mich. 

[Bild: fullsizeoutput_6b0qbka0.jpeg]

Was soll das Ding also?  Nachdem ich mir mühsam das Gehirn zerbeult hatte, brachte mich doch die Faller Post "Technik" auf die Spur. Dort preist man den Trafo 3604 "mit eingebautem Gleichrichter" der Junior Packung 3900 als "Gleichstrom"-Trafo für Rennen mit zwei Autos; kleine Leistung, aber ausreichend, da ein Gleichrichter eingebaut ist und das Gerät so Gleichstrom ausspuckt. Der 3604 ist dann in etwa leistungsmäßig ein halber 4016/3514 Wechselstromtrafo mit fest im Gehäuse eingebautem Gleichrichter.
 
[Bild: fullsizeoutput_6adq9j3y.jpeg]

Weiter hinten im Text wird der 4018 vor allem als Beigabe zur Kleinrennbahn 4001 beschrieben.

Wenn man jetzt eine frühe 4018 mit den Steckbuchsen für die neuen Doppelstecker an den Reglern und der neuen Anschlussfahrbahn 4700 anschaut, ergibt sich eine Parallelität: Das Anschluss-Steckbild an der 3604 ist dort mit den vier Buchsen für die Doppelstecker der Regler und der zwei Fahrbahnen versetzt nachgebildet (s. erstes Bild oben). Es fehlen die zwei normalen Stromanschlussbuchsen für Elektroartikel auf dem 3604, was einleuchtet, da der Trafo 4016/3614, an welchen der 4018 eingesteckt ist, noch zwei weitere Buchsenpaare bereithält.

Der frühe 4018 und seine Nachfolger können also eigentlich nichts anderes sein als die "ausgelagerte" Summe der Teile, welche den 3604 zum "Gleichstromtrafo" machen.

Mit der teilweisen Integration der Reglerbuchsen in die Anschlussfahrbahnen ergab sich die Notwendigkeit des neuen "Kästchen auf Verteilerplatte" - Designs. Schienenanschlüsse, jetzt wieder mit je zwei normalen Steckern für die Fahrbahnen, müssen in die Plus- und Minus-Buchsen der Platte gesteckt werden. Strom kommt von der andern Seite aus dem Trafo.

Damit sollte das Rätsel gelöst sein. Es handelt sich bei der 4018 um einen Gleichrichter, um den Wechselstromtrafo 3514/4016 benutzbar zu machen und der bei Verwendung der Anschlussschiene 4702 einen gewissen Tuningeffekt hat, weil er deren Bereitstellung zur Halbwellenfahrt übersteuert, indem er einfach Gleichstrom hineinschickt. Dann kann man natürlich nur noch mit zwei Autos fahren - aber schneller, wobei die eingebauten Dioden noch einen gewissen Widerstand in der Größenordnung von 0,5 Volt darstellen.

Darüberhinaus ist der Gleichrichter für Schienen, die nur Gleichstrom haben wollen wie die ams racing Schiene 4703 auch dort Vermittler zwischen dem Wechselstromtrafo 3514/4016 und dem Schienenanschluss. 

"Hintereinanderfahren" kann man mit damit, wie gesagt, noch nicht. Um das jetzt wieder hinzubekommen, starten wir demnächst unsere Reise in die fernen Galaxien der 4019 und 4020 respektive der "Universalschiene" 4702.

Grüße
Ulrich

Falls ich hier technischen Unsinn geschrieben haben sollte, bitte ich dringend um Korrektur!
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#48
Moin Ulrich,

klasse und mit erklärenden Bildern noch besser Big Grin .

Zwei Dinge noch:
(19-01-2021, 22:18)Ulrich schrieb: Darin ein Gleichrichter, aber keined.h. eine so genannte "Graetz'sche Brücke", also nicht zum "Hintereinanderfahren" geeignet.
Die Graetzbrücke wandelt die Wechselspannung in (pulsierende) Gleichspannung um. Damit könnte man nicht hintereinander fahren. In der Tat wird diese Gratzbrücke jetzt drin sein.

(19-01-2021, 22:18)Ulrich schrieb: Damit sollte das Rätsel gelöst sein. Es handelt sich bei der 4018 um ein "Tuning-Produkt", welches dazu dient, das Vorhandensein von leistungsmindernden Dioden z. B. bei der 4702 auszuschalten.die Diodenschaltung vor dem Anwender zu verbergen.
Die Dioden sind nach wie vor für unsere Gleichstrommotoren notwendig und hier offensichtlich im Trafo untergebracht - wahrscheinlich in dem "Erker".
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#49
Hallo Michael,

Danke für Deine Ergänzungen. Mit der Graetzschen Brücke steh ich noch etwas auf Kriegsfuss. Aber das wird noch. Habe den Text oben nach Deinem Vorschlag abgeändert. In nehm dann mal an das in dem gezeigten 3803, baugleich mit 4018, schon eine Graetz'sche Brücke steckt und das Ding nicht nur ein Einweggleichrichter ist. 

Beim zweiten Punkt brauch ich nochmal Deine Unterstützung. Soweit ich das durchblicke, wandelt der 4018 den Wechselstrom ja in Gleichstrom um. Dann brauch ich doch eigentlich keine Dioden mehr? Der Gleichstrom dürfte ja keine Schwierigkeiten haben, die Diode zu passieren? Das sehen wir ja anschaulich bei der 4703, die zwischen Wechselstromtrafo und Anschluss diesen Gleichrichter braucht. Dann müssten doch Autos mit F 4 Chassis', also ohne eingebautes Selenplättchen munter fahren können?

Beim 6015 hab ich das ja auch so geschaltet. Gleichstrom in die Bahn und die 4031 angeschlossen und die Autos fuhren ohne die Selenplättchen.

Grüße
Ulrich
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#50
Hallo Ulrich, wenn Du den 4018 an einen Wechselstrom Trafo anschliesst, fahren auf der Bahn alle HO Slotcars (Faller, T-jet, Autoworld etc.) mit oder ohne Diode. Ein Diodenfahrzeug, das nicht fahren sollte wird um 180 Grad gedreht - und fährt. Eine Diode am Fahrzeug ist niemals Voraussetzung dafür, dass es fährt, sondern eine Sperre dafür. dass es unter bestimmten Bedingungen nicht fährt.
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#51
(20-01-2021, 17:05)Ulrich schrieb: Soweit ich das durchblicke, wandelt der 4018 den Wechselstrom ja in Gleichstrom um. ... Dann müssten doch Autos mit F 4 Chassis', also ohne eingebautes Selenplättchen munter fahren können?
Ja, weil im Trafo schon Dioden eingebaut sind und der somit Gleichspannung liefert. Dadurch braucht das Auto selbst keine Dioden mehr.

Im entsprechenden Wiki-Artikel findest du eine nette Animation für die Wellenreiterei.



@Fallerista: Jau, gute Definition.
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#52
Michael, danke für die Quelle. Bei der Kupplung des Gleichrichters mit dem Trafo meine ich immer den 4016/3614, also den Wechselstromtrafo. Der braucht den 4018, der 3604 ist ja schon ein Gleichstromlieferant, der braucht den nicht.

Deswegen meine Vermutung, dass der 4018 nichts anderes ist als der ausgelagerte Gleichrichterteil im 3604. Den hängt man zwischen den Wechselstromtrafo und die Bahn, so das bei der Bahn dann Gleichstrom ankommt.

[Bild: dsc00839uikzn.jpg]

Ich ziehe das oben im Text nochmal besser auseinander, damit das klarer herauskommt.

Im Übrigen hast Du natürlich recht, dass die Dioden in der 4702 trotzdem als Hemmnisse wirken, denn obwohl der Strom durchgeht, bilden sie natürlich einen gewissen Widerstand und fressen so rund 0,5 Volt, wenn ich mich recht erinnere. Ich glaube, Christian hatte das mal gemessen und mit Dir diskutiert, ich finde aber die Stelle nicht mehr.

Grüße
Ulrich
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#53
Hallo Ulrich, der 4018 ist auch nicht für die Anschlussschiene mit den eingebauten Selenplatten gedacht.

Ich bin HeHo sehr dankbar für seine perfekte Sezierung der verschiedenen Faller Anschlusskomponenten

https://www.h0slot.eu/showthread.php?tid...usschienen

Auf meiner neuen Stadtbahn sind z.B. 4019er mit den Anschlussschienen der zweiten Generation OHNE Selenplatten kombiniert und das funktioniert einwandfrei auch mit 6 Fahrzeugen auf drei Stromkreisen.
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#54
Hallo Christian,

Du hast recht, in der 4702 sind ja die Gleichrichter schon drin. Diese stellen aber m. E. Halbwellenstrom zum Hintereinanderfahren zur Verfügung, denn es sind an der Schiene ja Anschlussbuchsen für vier Regler vorhanden! Hänge ich den 4018 davor, bekommt die Schiene Gleichstrom und kann nicht mehr leistungsmindernd in Halbwellen aufteilen. Deswegen "Tuning".

Es ging mir vor allem auch um die 4703 mit dem Anschluss für zwei Regler. HeHo sagt dazu:

"Die letzten Anschußschienen sind für Rennbetrieb mit Gleichspannungsmotoren gedacht, sind also wieder mit einem grauen Doppelkabel und nun grauen Einzelsteckern mit Anschlüssen für zwei Regler in der Fahrbahnseite und benötigen vorgeschalteten Gleichrichter. Im Allgemeinen haben diese immer einen Funkentstörsatz eingebaut, manche sogar mit Spulen. Die Verschaltung der Farbahnleiter ist aber nun identisch in der Polarität der Fahrbahnen, also keine Engstelle/Baustelle in die Bahn einbauen, das kann spätestens bei der Durchfahrt eines Autos einen Kurzschluß verursachen. "

Das siehst du auch auf der Verpackung der 4703, wo eine Grafik auf die Notwendigkeit der Zwischenschaltung des 4018 hinweist. Die 4703 hat keine Gleichrichter sondern Kondensatoren zur Funkentstörung.

So sollte alles stimmen. Schwere Geburt, aber ich hab bei dem Ding einfach mehr vermutet als nur die Fähigkeit zur Umspannung.

Grüße
Ulrich

P.S. Wieviel 4019er hast Du angeschlossen, zwei oder drei?
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#55
Drei, das war ja die Riesenüberraschung, dass der 4019 eine Fehlkonstruktion ist. Für Deine 2 Spuren benötigst Du zwei, obwohl einer genügen sollte.

Dann funktioniert er aber sehr gut und lässt sich auch noch von Halbwelle auf Gleichstrom mit mehr Power umschalten. Alles gut.
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#56
Genau so habe ich mir das vorgestellt, nachdem ich mich eingelesen hatte. Und, Du sagst es, die Dinger lassen Gleichstrom zu. Hab da eine Vision vom Nürburgring mit zwei Boxengassen rechts und links mit abschaltbaren Gassenteilen ... .

Aber das kommt alles demnächst hier in epischer Breite ... muss erst eine neue Versuchsbahn aufbauen. Die alte habe ich den halben Tag heute abgebaut, verpackt und verstaut ... .
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#57
Der Schlussakt hier erfolgt ab Mittwoch, warte noch auf ein Demonstrationsobjekt ... .

Grüße
Ulrich
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#58
Jetzt geht es wie versprochen weiter. Für viele von euch ist das jetzt "Eulen nach Athen tragen" da ihr mit den nun vorzustellenden "modernen" Konstellationen ja arbeitet, trotzdem ist es vielleicht auch für die Profis interessant. 

Wir kümmern uns dabei zunächst um die neuen Anschlussschienen 4700 und später die 4702, die so aussehen:

[Bild: dsc00840hfk3n.jpg]

Vorne habe ich zum Vergleich nochmal die klassische 412001 hingelegt. Deren Verkabelung sieht so aus:

[Bild: dsc00842k7j0u.jpg]

Die nicht regelbare Masse liegt immer auf den Innenleitern, untechnisch von mir "Stromabfuhr" genannt. Positiv stromzuführend sind da immer nur die Aussenleiter.  Wird die Fahrtrichtung des Autos gewechselt, muss der Schiebeschalter der 4030 umgelegt werden. Dann sollte es wieder fahren.

Ganz anders und wesentlich uneleganter jetzt:

[Bild: dsc0084194k1z.jpg]

Die Masseleiter sind nicht mehr zu einem "Strom abführenden" Kabel zusammengelötet, sondern einzeln mit den positiven Zuleitern in einem Doppelkabel pro Schiene verbunden. 

Das bedeutet, dass wir nun keine definierte Masse mehr haben, denn der Fahrtrichtungswechsel erfolgt jetzt durch das Umpolen des Fahrstroms von Leiter 1 auf Leiter 2 einer Fahrspur, indem der Stecker der jeweiligen Fahrspur in der Anschluss-Doppelbuchse gedreht wird. Durch das Drehen wird die stromabführende Schiene zur Stromführenden. Es wird jetzt also nicht mehr der Strom im oben beschriebenen Eingangs-Aussen-Leitdraht umgepolt, sondern die Leitdrähte selbst. Das kann zu Problemen führen ... .

Damit sind wir aber schon mitten drin in der Beschreibung der  4019. Was bisher in den großen Pulten 4030 oder in den mit den Kleinen 4031 verbunden mit den Gleichrichtern 4035 (einer pro Spur, s.o.) passierte, ist jetzt in ein externes Gerät ausgelagert. Öffnen wir wieder eine Zeitkapsel und schauen wir uns das Ding einmal an.

[Bild: fullsizeoutput_6c0e5jy7.jpeg]

Das Kästchen mit den Belüftungsschlitzen beherbergt nun einen Graetzschen Brückengleichrichter mit vier Dioden für beide Spuren. Oben rechts sehen wir die hell- und dunkelrot gekennzeichneten Doppelsteckerbuchsen für die zwei Fahrspuren, unter dem Kästchen insgesamt vier Buchsen zur Verschaltung von bis zu vier Reglern für vier Autos, je zwei hintereinander auf jeder Spur fahrend. Weiter liegen hier noch die original verzwirbelten Anschlusskabel für die Benutzung älterer 4031 mit zwei einzelnen Anschlussbuchsen bei. Die Tütenstecker sind wie gewohnt an die Buchsen der Regler anzuschliessen, am anderen Ende des Kabels befindet sich der Doppelstecker, der die Anschlüsse tauglich für die Buchsen der 4019 macht.

Und so sieht der Schaltplan aus:

[Bild: fullsizeoutput_6bewpkhn.jpeg]

Oben die "normale" Schaltung für "Rennen" mit der Schiebeschalterstellung auf Position 4 "Gleichstrom" für größtmögliche Geschwindigkeit der Autos.

Unten die Schaltung gezeigt nur für zwei Autos, hintereinander fahrend. Obwohl das bisher ja auch schon möglich war durch Verwendung von vier 4030, respektive  vier 4031 mit zwei Gleichrichtern 4035, und hier schlicht durch Einstöpselung von vier 4031, stellt Faller diese Möglichkeit wieder nicht deutlich heraus. 

Jetzt kommen wir zu den "Problemen".

Da wir keine definierten "stromabführenden" Leitdrähte mehr haben, entfällt die Massekennzeichnung der innenliegenden Drähte, wie sie noch bei der 402001 besteht. Das Umpolen durch Drehen des Steckkontakts der Fahrbahnen macht mal die innen- und mal die aussenliegenden Fahrdrähte zu Masse bzw. Stromaufnahme, je nachdem wie der Stecker gedreht ist.

Sind die Stecker nun so positioniert, dass die innenliegenden Drähte stromaufnehmend, also regelbar sind, kommt es bei Einbau der Engstelle oder der "Entstörungsgeraden" zum Schluss beider Stromkreise, da deren Drähte sich bei diesen Bauteilen berühren können. Hier bei der Engstelle ist das deutlich zu sehen. 

[Bild: dsc008431ijxw.jpg]

Spätestens wenn ein Schleifer darüber gejagt wird, kommt es zum Schluss, was entweder zum Kurzschluss oder, bei dauernder Berührung zum Verschalten beider Stromkreise von Innen- und Aussenspur zu Einem führt, mit dem Ergebnis, das nicht mehr getrennt geregelt werden kann. 

Also muss man beim Verbau dieser Elemente sehr aufpassen, dass man die Stromanschlüsse der Anschlussschiene so steckt, dass nur die aussenliegenden Fahrdrähte stromaufnehmend sind und die innenliegenden die "Masse" bilden.

Nicht so schön. 

Schwerwiegender ist der zweite "Bug" im System. Christian hat uns ja mit seiner Schilderung der Probleme des Bahnaufbaus 1967 und seiner eigenen neuen Versuche diesen Punkt sehr plastisch nahegebracht. Der Graetzsche Brückengleichrichter in der 4019 verwandelt sich bei Schaltung auf Halbwelle in zwei Gleichrichter, die unabhängig voneinander die Fahrspuren bedienen sollen. Nun steckt dort aber der Teufel im Detail, die Gleichrichter sind durch die Schaltung auf Halbwelle nicht ganz unabhängig voneinander geworden. In dem Moment, wo drei Autos bewegt werden, das Vierte aber steht, bekommt dieses den Widerstandsstrom der laufenden drei Anderen ab. Ergo, je höher der Widerstand, also je langsamer die drei Laufenden bewegt werden, desto mehr Strom bekommt der eigentlich zum Stehen verurteilte Vierte ab und rast entsprechend davon. Obwohl sein Regler auf "Null" steht. 
Unser Freund Holger aus Kassel hat das hier hervorragend technisch ergründet und beschrieben:
https://www.h0slot.eu/showthread.php?tid=2656  

Ich begnüge mich an dieser Stelle mit dem unerfreulichen Ergebnis, welches nur eine mögliche Lösung zulässt: Für die "vier Autos auf zwei Spuren"-Fahrt sind zwei 4019 zu verbauen. Dann entsteht dieser Effekt nicht. Wir haben damit die 4019 praktisch zur 4035 degradiert, mit dem kleinen Vorteil, daß wir anhand des Schiebeschalters von Halbwelle auf Gleichstrom und zurück schalten können, ohne Kabelstecker ziehen oder anstöpseln zu müssen. 

Das schauen wir uns hoffentlich morgen im Versuchsaufbau noch einmal an und werden dann auch gleich ausprobieren, ob dieser negative Effekt auch bei der 4020 auftritt.

Grüße
Ulrich
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#59
Sehr gut beschrieben. Hast Du das mit dem "Querstrom" bei 4 Fahrzeugen mal ausprobiert?
 Man fällt vom Glauben ab   Wink
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#60
Moin Ulrich,

Mal wieder klasse gemacht Smile .




Die "dritte" Anschlussschiene scheint mir aber nicht original zu sein. Die Lötstellen sind grottenschlecht und der Verbindungsdraht für die "Stromabfuhr" ist auch nicht so dolle, weil ziemlich kurz und schief.
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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