21-04-2014, 16:43 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21-04-2014, 18:05 von Maximum.)
Hallo miteinander!
Ich beobachte dieses Phänomen schon seit Jahren und hab es nach dutzenden Formen immernoch nicht in den Griff bekommen.
Es scheint, als ob irgendwann beim Aushärten die Formen verschieben. Ergebnis sind abenteuerliche Wanddicken, außerdem verschobene Radschächte und Fensterrähmen.
Ich habe bei den letzen paar Güssen beide Formen im Formenkasten fixiert. Die Innere lag dabei wirklich satt auf und war von oben praktisch ohne Spielraum eingespannt.
Nach gut 12 Stunden zum Aushärten wieder das gewohnte Bild. Die Formen haben sich nicht sichtbar bewegt, trotzdem: Verschiebungen von knapp einem halben Millimeter, an der Frontscheibe sogar noch mehr.
Was ist hier schiefgelaufen? Konstruktionsbedingtes Problem der Form? Zu weiches Silikon, das vom Harz verdrängt wird? Unzureichende Fixierung?
Ich bin mittlerweile wirklich ratlos
Würde mich über ein paar Tipps freuen. Im Anhang ein paar farblich markierte Bilder von meinem Problem. Auf Wunsch kann ich auch noch ein paar von der Hilfskonstruktion machen.
Gruß,
Peregrin
PS: Das Harz ist R4GB von Breddermann, das Silikon SI6GB von Breddermann, falls sich jemand fragt.
das von Dir beschriebene Phäänomen kenne ich auch. Vor allem nach exzessiver Nutzung einer Form stelle ich es dann irgendwann fest.
Ich denke, dass das Silikon mit dem Resin reagiert. Zuerst nur minimal, aber im Laufe der Zeit mehr und mehr... Meine ursprünglich weißen Formen werden irgendwann gelb. Sie "bleichen" aus, werden "trockener" und sind damit wahrscheinlich nicht mehr so genau, wie zuvor. Die "Abschlüsse" zwischen Innen- und Außenform "schrumpfen" - es entsteht ein "Spalt", der vorher nicht da war (siehe Radkästen). In diesen Spalt dringt dann das Resin vor.
Oder:
Das Silikon verliert an "Spannkraft", so dass das Resin während des Aushärtens sich an Stellen drückt, die zuvor noch vom Silikon "besetzt" war.
22-04-2014, 10:03 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22-04-2014, 10:07 von Maximum.)
@Loddar: Danke für die Antwort, Bilder kommen.
@Andreas: Ja, sowas in der Richtung hab ich mir vorgestellt. Sollte das stimmen, fertige ich in den nächsten Tagen einen Master und forme ihn so sauber es geht ab.
Für einen Schleuderguss ist die Aussenform ja noch gut.
ich tippe ganz schwer auf Deine gestern zuletzt geäußerte Vermutung ("Unzureichende Fixierung?")!
Deine beiden Formhälften haben keine definierte Verbindungsstellen: Die Innenform liegt mehr oder weniger frei verschieblich auf dem Rand der Außenform - die Innenform verrutscht beim Gießen und schwupps, isses passiert! Da hilft auch die "nachträgliche Fixierung" mit Legosteinen nichts...
Mein Tipp: Beim nächsten Projekt die Formen so ausbilden, dass die Innenform sich mit der Außenform "verzahnt". Klar nutzen sich die Förmchen im Laufe der Zeit auch etwas ab, aber der von Dir beschriebene Effekt liegt zu 99%-iger Sicherheit am System Deiner Form!
Ich bin ja nunmal kein Resinator aber die Nummer mit den Kunststoffen ist mir nicht so ganz unbekannt. Dazu steht ja auch an anderer Stelle, daß ALLE Kunststoffe im Feinbau aussehen wie Schwämmchen, also auch, daß die Poren haben, auch Silikone! Da passt auch immer was hinein, selbstverständlich auch bei Silikonen. Also wäre geklärt, wieso die Silikon-Formen ihre Farbe(n) ändern (können) und mit der Zeit "gelb werden".
Die eingedrungenen Bestandteile können UND werden die Silkon-Masse verändern. Das halte ich für sehr wahrscheinlich.
Dazu kommt, daß die Silikone, auch und besonders unter dem Einfluß von sich verändernden(!), aushärtenden Kunststoffen wie Resine(n) auch und erst recht verändert werden können.
Außerdem sind diese Arten von Silikonen bestimmt "plastisch", d.h. die "leiern aus" bei häufigem Gebrauch. Irgendwann sind vermutlich alle Formen "fertig".
Also, was sagt uns das? Die dabei letztlich herauskommenden Karosserien und andere Kunststoff-Teile sind sicher Schwankungen unterworfen und sollten wohl immer nachbehandelt werden (müssen). Aber wo ist das Problem? Das (Nachbehandeln) ist uns doch bei den meisten Auto-Teilen ganz gut bekannt und inzwischen selbstverständlich geworden. Ich weiß, es gibt einzelne Resinatoren, denen gelingt meist Außergewöhnliches! Danke, danke, danke!!! Aber vielleicht haben die -neben ihrer Kunst und ihrem handweklichen Geschick- auch immer besonders günstige äußere Bedingungen? Da wären Luftdruck, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und -bitte nicht lachen!- auch die relative Meereshöhe(!), um nur einige Parameter zu benennen.
Außerdem benutzen einige vielleicht besonders genau gehende Waagen oder andere, besonders genau funktionierende Gerätschaften? Oder sie haben nur besonders viel Glück dabei, was ihnen auch von Herzen gegönnt sei! Die mögliche Einflußnahme äußerer Parameter bzw. Bedingungen ist vielfältig und führt bestimmt zu wechselnden Ergebnissen.
Also ich könnte gewiß damit leben, wenn Karosserien nicht viel Nachbehandlung erfordern und lediglich die Fenster bzw. anderen Kanten mit einem Skalpell oder Bastelmesser (nach-)behandelt werden müssen.
Hans a D
Die Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden,
die Menschen werden alt, weil sie aufhören zu spielen.
22-04-2014, 20:17 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22-04-2014, 20:24 von Maximum.)
Erstmal: Vielen Dank für die ausführlichen Antworten
Alter und Fixierungen wurden oft angesprochen, klingt soweit alles plausibel. Mit einer nagelneuen, technisch richtigen Form kann ich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
@Claus Ich frage mich, warum ich nie Verzahnungen eingebaut hab, ich hab Deine Website und deine Formtechnik schon gefühlte 1000Mal durchgesehen.
Ich habe mir etwas Zeit genommen und eine neue Form unter Rücksicht Eurer Tipps gegossen. Zunächst mal zu Übungszwecken.
Rund herum 6 Zähne, die ineinander greifen, die Formen liegen plan aufeinander
Über die nächsten Tage halte ich Euch auf dem Laufenden.
PS: Wer erraten kann, welches Autochen ich gebadet hab, darf eins haben (falls es was wird). Wer nett fragt, auch
Na ja, mein Vater, Gott hab ihn seelig, liebte Alfa Romeo und auch ich mag diese Marke sehr. Ich habe eine ganze Menge von Bauer und Claus Heupel, (wenn ich nicht irre)! Aber ein Alfa Romeo 155, die DTM-Variante habe ich leider (noch) nicht in h0. Sehr wohl habe ich noch einen Bausatz in 1:24, Tamiya und einige Varianten der Firma NINCO. Das waren damals schöne und spannende Rennen in 1:1 mit den DB-180, Opel Calibra und Alfa 155! Hier bei mir liegen noch 3 orangene NINCO-Karosserien, die ich immer mal bearbeiten, evtl. lackieren möchte. Kaufen kann jeder. Bei NINCO war der Calibra als GT bzw. Coupé den beiden Anderen immer etwas voraus aber ich habe sowohl den Alfa als auch den Benz ans Laufen gebracht. Leider fahren wir nur noch 1:24 im Verein in Schwerte. Also wenn Du den Alfa Romeo 155 in Rot, Weiß und Orange machst und hast sonst keine Abnehmer, interessieren mich die schon. Viele liebe Grüße aus dem Ruhrpott
Hans a D
Die Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden,
die Menschen werden alt, weil sie aufhören zu spielen.
Das mit der Verzahnung hat dir der Claus (mit dem großen Ceh) schon geschrieben. Es gibt aber noch zwei K.O.-Kriterien, die auch bei den ersten Versuchen erlebt habe und dasselbe Erscheinungsbild zeigen.
1. Möglichkeit:
Zu viel Farbe im Resin. Die Mischung dickt ein und wenn sie in der Form landet, ist sie schon so angezogen, das sich die Innenform nicht mehr richtig einfügt und ungleichmäßig innen unsichtbar verformt.
2. Möglichkeit:
Du trödelst (nicht böse gemeint und nur eine Vermutung) beim Anmischen und Eingießen. Der Effekt ist derselbe. Das Resin dickt schon so sehr, das die Innenform das was sie tun soll, nicht mehr gleichmäßig zu Ende bringen kann. Das liegt dann natürlic daran, das das Resin sich ja immmer im unteren Bereich sammelt und von der Innenform dann außenrum verteilt werden soll. Geht aber eben nicht mehr überall gleichmäßig.
Vielleicht hilft dir das auch noch ein bißchen weiter...
22-04-2014, 22:43 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22-04-2014, 22:46 von Maximum.)
@Martin
Auch Dir danke für die Anmerkungen!
Zitat:<div>
1. Möglichkeit:
Zu viel Farbe im Resin. Die Mischung dickt ein und wenn sie in der Form landet, ist sie schon so angezogen, das sich die Innenform nicht mehr richtig einfügt und ungleichmäßig innen unsichtbar verformt.
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Zum Tönen benutze ich eine Messerspitze Pigmentpulver (ebenfalls das Breddermann-Zeug) statt flüssiger Farbe. Läuft das aufs selbe heraus?
Zitat:<div>
2. Möglichkeit:
Du trödelst (nicht böse gemeint und nur eine Vermutung) beim Anmischen und Eingießen. Der Effekt ist derselbe. Das Resin dickt schon so sehr, das die Innenform das was sie tun soll, nicht mehr gleichmäßig zu Ende bringen kann. Das liegt dann natürlic daran, das das Resin sich ja immmer im unteren Bereich sammelt und von der Innenform dann außenrum verteilt werden soll. Geht aber eben nicht mehr überall gleichmäßig.
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Wann ist für Dich der "Point of no Return" erreicht? Frisch angerührt hat es etwa die Konsistenz von Pflanzenöl, wenn ich es vergieße höchstens die von Ahornsirup. Ich habe bis jetzt selten beim Anrühren Resin zäh wie Honig werden lassen. Wenn's so weit kommt, breche ich lieber ab.
"The Point of no return" liegt wohl so bei ca 30-40Sekunden nachdem du die Komponenten zusammen geschüttet hast.
Da ich so dickflüssiges Resin nicht verwende, kann ich dir dazu keine weiteren Tipps geben.
Die neue Silikonform sieht auf jeden Fall besser aus als die alte.
Mit dem Schrumpfen:
Fast jedes Silikon, was ich bisher hatte, schrumpft unterschiedlich stark, daher sollte man nie aus 2 Silikonarten eine 2-teilige Form machen.
Silikonformen sollten dunkel gelagert werden, da das Silikon auch durch das Licht verändert wird.
Meine ersten Silikonformen, mittlerweile auch schon 8 Jahre her :blink: , sind optisch kaum geschrumpft, werde aber mal ein test machen.
Das von mir verwendete Silikon wird durch die thermische Reaktion des Resine dahin verändert, das es nach einigen Abformungen anfängt zu "kleben" und sich das Resinchen nicht mehr entformen läßt. Ein anderes verlor seine Dehnfähigkeit.
"The Point of no return" liegt wohl so bei ca 30-40Sekunden nachdem du die Komponenten zusammen geschüttet hast.
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Hmm, wenn ich was gelernt hab in den letzten Jahren, dann das: Es ist ein riesen Drahtseilakt, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Ich werde beim ersten Testschuss eine Stoppuhr daneben legen und das von Dir erwähnte Zeitfenster anvisieren. Bisher hab ich mir etwas mehr Zeit gelassen. Bei einer Topfzeit von 3-4 Minuten hab ich schon mal locker 1 1/2 bis 2 Minuten verrührt und Bläschen gejagt.
Hallo! Das wollte ich eigentlich gestern bereit gesagt haben. Sorry, daß meine Augen wohl doch nicht mehr sooo gut sind! DAS mit den real existierenden Verschiebungen habe ich nicht gesehen. Mea Culpa. Aber leider sind meine Augen dann doch nicht mehr die jüngsten. :wacko:
Die Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden,
die Menschen werden alt, weil sie aufhören zu spielen.