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Kunststoff Einfärben
#1
Heute hatte ich ein wenig Zeit und habe etwas ausprobiert, was mir schon einige Zeit im Kopf herum spukt. Wie bekommt man eine weiße Karosserie bunt?

Lackieren kennt jeder. Und wahrscheinlich jedem ist es schon einmal passiert, dass die finale Klarlackschicht sich nicht ganz mit dem farbigen Lack vertragen hat und einen ungewollten 3D-Effekt erzeugt hat.

Deshalb wollte ich einmal etwas anderes ausprobieren. Kunststoffe lassen sich nachträglich im Färbebad einfärben. Ihr kennt bestimmt die Farbpulver zum Färben von Klamotten aus der Drogerie. Sehr ähnlich funktioniert auch das Färben von Kunststoffen.
Ein passendes Farbpulver wird in Wasser gelöst oder dispergiert. Dann kommen noch ein paar Färbehilfsmittel dazu, die Farblösung wird auf der Herdplatte auf 80 bis 95° erhitzt und die Karosserie ca 5 bis 15 Minuten darin geschwenkt.

Manche Kunststoffe lassen sich gut färben, andere etwas widerwilliger. Farbpigmente, Färbehilfsmittel und Kunststoff sollten für ein optimales Färbeergebnis gut aufeinander abgestimmt sein.

Ich habe vor einigen Wochen von Holger zwei AC Cobra Deckel bekommen. Da ich nicht weiß, welchen Kunststoff der Herr Dash bei der Produktion genommen hat, war das Einfärben ein bischen Raterei.

Der erste Versuch mit einem Farbpigment speziel für Polyamid ist komplett für die Katz gewesen. Der Kunststoff hat sich kein bischen verfärbt.

Der zweite Versuch, mit einem Farbpulver für Polyester und POM hat besser funktioniert. Auf der Piste machen die gefärbten Karosserien einen sehr schönen Eindruck. Aus der Nähe betrachtet, sind sie aber etwas wolkig. Die Karosserien sind wahrscheinlich aus POM, das sich nur ungern gleichmäßig einfärben lässt. Aber besser als meine Lackierkünste, ist das Färben allemal.

       

Das Interieur und ein paar Details benötigen noch den Farbpinsel. Bilder vom Endergebnis stelle ich später ein.

Viel Spass beim Nachbasteln. Grundsätzlich sollten sich auch weiße Resinekarosserien färben lassen. Die Simplicol-Farbpulver aus dem Drogeriemarkt gibt es für Baumwolle und Kunstfasern. Mit Den für die Kunstfasern lassen sich höchstwahrscheinlich auch unsere Kunststoffkarosserien färben. Einen Versuch wäre es wert.

Viele Grüße
Markus
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#2
(03-06-2015, 21:20)Klenkes schrieb: Heute hatte ich ein wenig Zeit und habe etwas ausprobiert

Wow, sieht gut aus! Sehr interessant!
Ich hatte versucht POM zu lackieren, das geht nur bedingt gut...

Bei Chassis soll das Einfärben auch klappen. Wir hatten doch vor Jahren
schon mal die Diskussion, ob das die Steifigkeit verbessert.
Bei den schwarzen Kunststoffen der Chassis kommt natürlich keine
satte Färbung zustande, aber so nen leichten Schimmer hatten die.
Soweit ich mich erinnern kann.

Gruß
Ebi
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#3
Ach ja,

Warum eigentlich Färben? Was ist der Vorteil gegenüber dem Lackieren?

1) Die einmal angesetzten Farblösungen lassen sich nach Gebrauch im verschlossenen Marmeladenglas ziemlich lange aufbewahren und immer wieder neu verwenden.

2) Der Farbton wird mit zunehmender Färbedauer immer intensiver und lässt sich deshalb gut von hell bis dunkel einstellen.

3) Mischfarben sind problemlos möglich. Würde ich die gelbe Karosserie z. B kurz Rot nachfärben, wird sie Orange.

4) Mann kann Flächen mit Tesafilm abkleben. Diese bleiben dann für weitere Arbeitsgänge weiß (Ralleystreifen, Startnummernkreise, Decals mit weißen Flächen etc).
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#4
(03-06-2015, 21:48)Klenkes schrieb: Mann kann Flächen mit Tesafilm abkleben. Diese bleiben dann für weitere Arbeitsgänge weiß

Ok, jetzt wird's spannend. Smile

Wie is das eigentlich mit vorgefärbten Karosserien?
Weiß ist doch eher selten. Könnte man aus ner gelben
auch ne grüne machen???
...ob das mit Resin klappt???

Gruß
Ebi
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#5
wenn Du eine gelbe Karosserie blau überfärbst ...
... wird sie grün
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#6
Vorsicht bei Resine Karosserien, die werden bei erwärmen weich und verformen sich.

Gruß Stefan
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#7
Wie schon verschiedentlich auch an anderen Stellen gesagt, sind alle Kunststoffe im Feinbau, (zu erkennen unter hoch auflösenden Mikroskopen bis hin zu Raster-Elektronenmikroskopen!), gebaut wie kleine Schwämmchen. Sie (die Kunststoffe) haben also Poren. Es ist also nicht verwunderlich, daß in diese Poren kleine, andere Moleküle hinein passen. Das trifft für Weichmacher-Moleküle ebenso zu wie natürlich auch für Farb-Moleküle.
Weichmacher verändern die Kunststoffe. WAS also machen andere Moleküle mit dem behandelten Kunststoff? Huh
Nun könnte es sein, daß die Farb-Moleküle nichts ausmachen. Aber es könnte genauso gut sein, daß eben doch. Es könnte also sein, daß verschiedene Farben die Kunststoffe SO verändern, daß diese (Kunststoffe) irgendwann mal, auch nach langer Zeit(!) mürbe werden. 2 Beispiele:
1. Die Aurora-Karosserien in Beige, in Amerika "Tan" genannt, stehen in dem Ruf, gelegentlich zu bröseln.
2. Die Aurora-Faller-AFX-Karosserien in Blau auch.
Es könnte allerdings sein, daß das genau so zutrifft, weil die von vornherein eingearbeiteten Farb-Pigmente diesen Effekt hervorbringen. Es könnte ebenfalls sein, daß das (Sonnen-)Licht, welches die Karosserien (in den Vitrinen) über lange Jahre bestrahlt hat, diese Effekte auslöst oder aber beschleunigt. Darüber gibt es leider (noch) keine Untersuchungen und schon garkeine abschließenden Ergebnisse. Deswegen würde ich mich nicht wundern, wenn bestimmte Kombinationen von Kunststoff, Farben, Pigmenten, Farblösungen oder was auch immer sich als nicht auf Dauer stabil herausstellen werden. Die dabei stattfindenden Prozesse können mitunter Jahre dauern. Wie gesagt wird Licht, eine Form der Energie gewiß eine wesentliche Rolle dabei spielen. Wir alle kennen ja den Effekt des Ausbleichens bei z.B. Kunststoffen oder Lacken, die jahrelang draußen gewesen sind. 
Nun sollte sich dadurch niemand von Versuchen des Färbens mit verschiedensten Methoden abhalten lassen, denn diese Prozesse dauern meistens lange. Ich habe noch kein Aurora-Auto in der Hand gehabt, welches beige (tan) war und bröselig. Aber ich weiß auch nicht, wieviele derartige Karosserien bereits weggeworfen worden sind.
FÜR DAS LACKIEREN von Karosserien spricht aber, daß durch den Lack kein oder weniger Licht IN den/die Kunststoffe der Karosserien eindringen kann. Und wenn eingedrungene Pigmente, Farbpartikel und dergleichen (erst) in 30 Jahren erste Auswirkungen zeigen, ist mir das herzlich egal. In 30 Jahren wäre ich 93. Ihr könnt mir dann ja mal erzählen, wie sich die unterschiedlichen "Behandlungen" auf die Kunststoffe in 30 Jahren auswirken. Wink Angel
Bis in 30 Jahren Eure Rennkugel
Hans a D
Die Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden,
die Menschen werden alt, weil sie aufhören zu spielen.
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#8
Ich habe fertig,

zumindest mit den beiden Dash Cobras. Ich habe die warmen Sonnentage zum (klar)lackieren und dann die Regentage zum Anbau der Chromteile genutzt.

         

Für denjenigen, der an die Färbepigmente ohne großen Aufwand herankommt, ist das Einfärben von Kunststoff sicherlich interessant. Letztendlich ist aber Lacken mit der Farbdose mit weniger Aufwand verbunden.

Viele Grüße
Markus
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#9
Ich hab im Sommer auch ein wenig rumgegossen. Mir dafür extra Farbe für die Resine vom Lieferanten gekauft. Meine Erfahrung:
Resinefarben in rot, blau, schwarz und weiß gekauft.
Weiß wird einwandfrei, beim Schleifen mit 800er Schleifpapier zeigt sich aber, dass sich Mikroporen gebildet hatten, die mit bloßem Auge zunächst nicht zu sehen waren. Dort haben sich dann die schwarzen Schleifpartikel reingesetzt. Nacharbeit nötig.
Rot funzte einwandfrei.
Schwarz wurde schwarz, aber bei Sonnenlicht nicht so recht Taxi-tauglich, da so ein leicht dunkelbrauner Stich.
Blau: da hab ich was vermurkst und der Guß blieb zu weich, farbtechnisch sah er aber gut aus.

Dosenfarben:
Gelb funzte einwandfrei
Grün: bekam Schlieren, aber die Farbe schien mir etwas alt.
hellblau aus Dosenfarbe und obigem Blau: bekam nadelartige dunkelblaue Einlagerungen.

Sprayfarbe:
ich hab dann ganz vorwitzig auch mal ne ganz andere Sprayfarbe aus dem Baumarkt ausprobiert:
Ergebnisse kamen in verschiedenen Tönungen erstaunlicherweise recht gleichmäßig raus.

Ganz wichtig: die Farbe mit dem Resin lange am besten in einem geschlossenen Behälter schütteln. Dann dürfte es zu weniger Schlieren oder Einlagerungen kommen.

Leider grad kein Bild von meinen Exponaten zur Verfügung. Wer Lackieren kann, der braucht aber auch nicht farbig gießen.

Grüßle
Holger von den Hotracern

Ich hab im Sommer auch ein wenig rumgegossen. Mir dafür extra Farbe für die Resine vom Lieferanten gekauft. Meine Erfahrung:
Resinefarben in rot, blau, schwarz und weiß gekauft.
Weiß wird einwandfrei, beim Schleifen mit 800er Schleifpapier zeigt sich aber, dass sich Mikroporen gebildet hatten, die mit bloßem Auge zunächst nicht zu sehen waren. Dort haben sich dann die schwarzen Schleifpartikel reingesetzt. Nacharbeit nötig.
Rot funzte einwandfrei.
Schwarz wurde schwarz, aber bei Sonnenlicht nicht so recht Taxi-tauglich, da so ein leicht dunkelbrauner Stich.
Blau: da hab ich was vermurkst und der Guß blieb zu weich, farbtechnisch sah er aber gut aus.

Dosenfarben:
Gelb funzte einwandfrei
Grün: bekam Schlieren, aber die Farbe schien mir etwas alt.
hellblau aus Dosenfarbe und obigem Blau: bekam nadelartige dunkelblaue Einlagerungen.

Sprayfarbe:
ich hab dann ganz vorwitzig auch mal ne ganz andere Sprayfarbe aus dem Baumarkt ausprobiert:
Ergebnisse kamen in verschiedenen Tönungen erstaunlicherweise recht gleichmäßig raus.

Ganz wichtig: die Farbe mit dem Resin lange am besten in einem geschlossenen Behälter schütteln. Dann dürfte es zu weniger Schlieren oder Einlagerungen kommen.

Leider grad kein Bild von meinen Exponaten zur Verfügung. Wer Lackieren kann, der braucht aber auch nicht farbig gießen.

Grüßle
Holger von den Hotracern
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